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„Entsteint euch!“

Die Botschaft des Staudengärtners Dieter Gaißmayer aus Illertissen war eindeutig und lockte kürzlich viele Interessierte in den Sitzungssaal des Landratsamts. Der lehrreiche Informationsabend ist Teil einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die das Umweltamt – Fachbereich Naturschutz – im Rahmen des diesjährigen „Aktionsjahrs Artenvielfalt“ organisiert.

Für unterschiedliche Zielgruppen seien in diesem Jahr verschiedenste Aktionen geplant, berichtete Anne Buhl, Kreisökologin des Zollernalbkreis, zu Beginn des Abends und hieß in diesem Zusammenhang den „Staudenpapst“ aus der bayerischen Kleinstadt in Balingen willkommen.  Die Intention, die Artenvielfalt in der freien Landschaft, aber auch in den Siedlungsräumen zu fördern, sei seit Jahren ein Anliegen der Umweltverwaltung. Aus diesem Grund habe man bereits im Februar die kommunalen Bauhofleiter und Verwaltungsmitarbeiter über die gezielte Förderung der Artenvielfalt auf öffentlichen Grünflächen informiert und wolle mit dieser Veranstaltung die privaten Grundstücksbesitzer ansprechen. Auch ein Tag der offenen Gartentür sei im Sommer geplant, zu dem sich Besitzer artenreicher Gärten beim Umweltamt melden können, gab die Kreisökologin bekannt. Dieter Gaissmayer wies in seinem Vortrag, den er durch aussagekräftige Bilder untermauerte, auf den aktuellen Trend der sterilen Schottergärten hin, meist bestehend aus Granit, der aus asiatischen Ländern importiert wird. In diesen Ländern müssten minderjährige Kinder unter schlechten Arbeitsbedingungen in den Steinbrüchen mitarbeiten, um ihn dann hier zu Billigpreisen zu verkaufen, wusste der Staudengärtner zu berichten. Dagegen warb der Experte, der in seiner Gärtnerei in Illertissen mehr als 3000 Arten und Sorten kultiviert, für lebendige Stein- und Staudengärten, die durch den Blütenreichtum nicht nur das Auge des Menschen erfreuen, sondern gleichzeitig auch Lebensgrundlage für zahlreiche Insekten und Honigbienen seien. Gaissmayer zeigte zahlreiche Möglichkeiten zur Gartengestaltung auf und gab wertvolle Tipps zur Auswahl verschiedener Stauden. Nicht zuletzt durch seinen schwäbisch-humorvollen Vortrag begeisterte der leidenschaftliche Gärtner das Publikum. Den zahlreichen Besucherinnen und Besucher stand Dieter Gaissmayer am Ende der Veranstaltung noch für Fragen zur Verfügung. In kleinen Diskussionsrunden entstand abschließend mitunter ein lebhafter Austausch.  Im Rahmen des Aktionsjahrs Artenvielfalt ist als nächste Veranstaltung ein lehrreicher Begang im Naturschutzgebiet Galgenwiesen bei Nusplingen geplant. Franz Spannenkrebs, Biberexperte beim Regierungspräsidium und der ehrenamtliche Biberberater des Zollernalbkreises, Heinz-Dieter Wagner werden am 18. Mai über die Artenvielfalt im dortigen Biberrevier informieren. Nähere Informationen gibt es beim Kreisumweltamt unter der Telefonnummer: 07433/92-1303.