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Schwärmflug der Borkenkäfer hat begonnen

In den nächsten Tagen ist mit verstärktem Käferbefall in gefährdeten Nadelholzbeständen zu rechnen. Privatwaldbesitzer werden dringend gebeten, ihre Nadelholzbestände auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren und wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Der warme und trockene Sommer des letzten Jahres hat dafür gesorgt, dass in unseren Wäldern ein hoher Ausgangsbestand an Borkenkäfern in die Winterphase getreten ist. Die Käfer fanden in den durch die Winterstürme vorgeschädigten Nadelholzbeständen mit viel Bruchholz optimale Bedingungen zum Überwintern vor. Außerdem hat der vergangene Winter ohne längere strenge Frostperioden dazu beigetragen, dass die eingewinterte Käferpopulation keine nennenswerten Mortalitätsverluste erleiden musste. Es ist deshalb in diesem Jahr von einem vielfach höheren Bestand an Borkenkäfern auszugehen als in den Vorjahren! Die vergleichsweise warme Witterung in den vergangenen Tagen bot den Borkenkäfern optimale Entwicklungsbedingungen, so dass der erste große Schwärmflug mit entsprechendem Neubefall von Nadelbäumen bereits stattgefunden hat. Von Bedeutung sind hier vor allem zwei Arten: Der Buchdrucker (ca. 4 – 5,5 mm groß) und der Kupferstecher (ca. 1,8 – 2,6 mm groß). Beide Arten leben fast ausschließlich an der Fichte und können unter günstigen Bedingungen schnell eine Massenvermehrung aufbauen und dann auch gesunde Fichten befallen. Die größte Gefahr für den Neubefall geht dabei von den Randbäumen letztjähriger Käferlöcher und aufgerissener Waldränder sowie im Umkreis von noch nicht aufgearbeiteten Einzel- und Nesterwürfen der Winterstürme aus. Befallene Fichten müssen deshalb jetzt gefunden, gekennzeichnet und unverzüglich aufgearbeitet werden. Nur so ist eine Ausweitung des Befalls auf benachbarte Fichten bzw. der Wiederausflug der Käfer zur Anlage von neuen Bruten zu verhindern. Der Befall durch den Buchdrucker ist an folgenden Merkmalen zu erkennen:Braunes Bohrmehl auf der Rinde, unter Rindenschuppen, auf Spinnweben, am Stammfuß und auf der BodenvegetationHarztröpfchen und Harzfluss am Stamm, v.a. am KronenansatzHelle Flecken, sogenannte „Spiegel“ auf der Rinde durch die Tätigkeit der Spechte, wodurch größere Rindenstücke abfallen und helles Splintholz sichtbar wirdSelbst bei stärkerem Befall ist die Krone anfänglich noch grün, später dann Rötung bzw. Abfall grüner oder roter Nadeln
Im Gegensatz zum Buchdrucker bevorzugt der Kupferstecher vor allem dünnrindige Stammbereiche, vornehmlich jüngere Fichten in Dickungen und Stangenhölzern, aber auch Durchforstungsmaterial und Schlagabraum. Bei hohen Populationsdichten befällt er auch stehende Altfichten in der Oberkrone. Beim Befall mit Kupferstecher ist eine Rötung der Krone von oben nach unten oder bei Jungbäumen gleich von ganzen Bäumen charakteristisch. Nachdem die vom Borkenkäfer befallenen Bäume oder bruttaugliche Hölzer im Wald identifiziert wurden, sind diese so rasch wie möglich einzuschlagen und aufzuarbeiten. Danach ist das in Rinde befindliche Holz sofort aus dem Wald abzutransportieren und anschließend entweder gleich seiner weiteren Verarbeitung zuzuführen oder falls dies nicht möglich ist, zumindest in einen Abstand von mindestens 500 Metern, besser 1.000 Metern außerhalb von gefährdeten Nadelholzgebieten zu lagern. Kann die Holzabfuhr nicht rechtzeitig erfolgen, sind die befallenen Hölzer durch Entrindung unschädlich zu machen. Dies ist jedoch nur möglich, solange sich die Brut ausschließlich noch im Larven- oder Puppenstadium befindet. Außerdem sind Gipfel, Schlagabraum und sonstige vom Käfer befallene Waldresthölzer durch Hacken oder Verbrennen so schnell wie möglich brutuntauglich zu machen. Das Verbrennen von Reisig- und Astmaterial sollte dabei nur unter Wahrung größtmöglicher Sorgfalt und Vorsicht auf geeigneten Plätzen und bei entsprechender Witterung erfolgen. Außerdem ist eine vorige Anzeige bei der zuständigen Ortspolizeibehörde erforderlich. Um einer weiteren Ausbreitung der Borkenkäfer wirkungsvoll entgegen zu treten, sind gefährdete Nadelholzbestände ab jetzt bis Ende September regelmäßig im ein- bis maximal zweiwöchigen Turnus zu kontrollieren und bei erneutem Befall die oben genannten Maßnahmen zu ergreifen. Waldbesitzern, die nicht in der Lage sind, die oben genannten Arbeiten selbst durchzuführen, kann das Forstamt gerne geeignete Forstunternehmer vermitteln. Bei Fragen zur Borkenkäferbekämpfung oder Aushaltung verkaufsfähiger Rundholzsortimente stehen die jeweils zuständigen Forstrevierleitenden bzw. das Forstamt zur Verfügung. Die Adressen können hier abgerufen werden.