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Bodenzustandserhebung an fünf Standorten im Zollernalbkreis

Waldboden mit Bachlauf
Waldboden im Forstrevier Obernheim 

Die Böden unserer Wälder sind mehr als der Standort des darauf wachsenden Waldes. Sie sind Lebensraum für ein artenreiches Ökosystem. In einer Handvoll Boden befinden sich ca. acht Milliarden Lebewesen, die den Waldboden zersetzen und durchlüften. Sie sind Filter für sauberes Trinkwasser und entfernen Schwermetalle und Luftschadstoffe. Waldboden speichert Kohlenstoff, Pflanzennährstoffe sowie Wasser und schützt damit nicht nur das Klima sondern trägt gleichfalls zum Hochwasser- und Erosionsschutz bei.

Zum Weltbodentag Anfang Dezember forderte der Landeswaldverband Baden-Württemberg eine möglichst dauerhafte Bewaldung und Beschattung der Waldböden bei der Bewirtschaftung. Im Zollernalbkreis werden die von der unteren Forstbehörde betreuten Körperschafts- und Privatwälder schon seit langem nach dem Prinzip des naturnahen Waldbaus bewirtschaftet. „Wir setzen dabei auf eine standortgerechte Baumarten-Auswahl und verzichten auf Kahlschläge bei der Holzernte“, erläutert Forstrevierleiter Klaus Richert. Daraus folgt eine Durchmischung verschiedener Altersstadien der Bäume, die den Boden dauerhaft vor Austrocknung und übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen.

Dritte bundesweite Bodenzustandserhebung
Im Jahr 2022 beginnt die dritte bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE III). Ziel der BZE III ist es, die Wechselwirkungen zwischen dem Bodenzustand und dem darauf wachsenden Wald unter dem Einfluss der sich verändernden Umweltbedingungen und des Klimawandels zu erforschen. Hierzu werden bis 2024 an fünf Standorten im Zollernalbkreis (Burladingen, 2x in Albstadt, Hechingen und Meßstetten) nach bundesweit einheitlichen Standards Bodenproben entnommen. Zusätzlich werden Bestands- und Vegetationsaufnahmen sowie Nadel- und Blattbeprobungen durchgeführt.
Aus den Ergebnissen sollen Erkenntnisse gezogen werden, welche Art der Waldbewirtschaftung zu einem intakten Bodenleben und damit artenreichen Waldökosystem beiträgt und wie Waldbesitzer bei der Umsetzung einer nachhaltigen Waldwirtschaft unterstützt werden können. Die Ergebnisse der Bodenzustandserhebung der Länder werden bis 2029 zentral vom Johann Heinrich von Thünen-Institut ausgewertet und durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft publiziert