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Fachtag Drogen "Abhängigkeit - Sucht - Genuss!"

Sucht hat viele Gesichter – zu diesem Thema veranstaltete die Kommunale Kriminalprävention Zollernalbkreis Anfang Februar 2019 ihren Fachtag. Das Stigma, das einem Suchtkranken einst anhaftete, hat in den vergangenen Jahrzehnten zwar an Schärfe verloren, ist aber immer noch vorhanden. Suchtkranke findet man in allen gesellschaftlichen Schichten und Berufen. Nach Veranstaltungen zu Extremismus und Zwangsheirat, war dies der dritte Fachtag der Kommunalen Kriminalprävention.

Der Vorsitzende des Vereins, Landrat Günther-Martin Pauli begrüßte über 80 Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen, von Schulen und Jugendhilfe, Beratungsstellen, Jugendhilfeausschuss, Schulsozial- und Jugendarbeit, Bewährungshilfe und Frauenhäuser bis hin zu Bürgermeistern, Vorsitzenden der Moscheenvereine, freien Träger, Justiz und Kreistag zu der Veranstaltung.  Professor Dr. Anil Batra, Leiter der Sektion Suchtforschung und Suchtmedizin am Tübinger Universitätsklinikum informierte umfangreich zum Thema „Abhängigkeit – Sucht – Genuss - Wann wird Genuss zur Sucht?“. Es wurde deutlich, dass das Phänomen der Suchterkrankungen sehr komplex ist. Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation entwickelten sich in den letzten beiden Jahrzehnten in einem dynamischen Fortschrittsprozess. Neben den biologischen Bedingungen der Sucht informierte er die Besucher über Abhängigkeiten, Risiken, Suchtmittelwirkung, Therapien und vieles mehr. Hermann Leist, Kriminalhauptkommissar a. D. stellte den Rauschgiftkoffer „Jugendtypische Substanzen“ des Landeskriminalamtes vor. Mit den Originalexponaten der gängigsten und aktuellsten Rauschgifte sowie Gebrauchsutensilien gab er einen praktischen Einblick. Der Koffer ist für Aus- und Fortbildungszwecke so angelegt, dass die Stoffe offen dargestellt werden und dem Zuhörer somit die Konsistenz sowie der Geruch der verschiedenen Substanzen optimal vermittelt werden können.  Bei den anschließenden Impulsvorträgen zeigte sich, wie vielseitig das Thema ist. Johannes Sommer von der Staatsanwaltschaft Hechingen referierte unter anderem über das Betäubungsmittelgesetz und die Handhabung im Zollernalbkreis. Die Fachbereichsleiterin der diakonische Bezirksstelle, Magdalena Dieringer berichtete über die Aufgaben der Suchtberatungsstelle des Landkreises. Dazu gehören Beratungsgespräche, ambulante Therapie und Nachsorge. Anschließend gab sie einen Überblick über aktuelle Zahlen aus dem Suchtbericht.Beim Landratsamt Zollernalbkreis ist Lisa Wagner als Kommunale Suchtbeauftragte mit diesem Thema betraut. Sie gab einen Überblick über kommunale Angebote der Suchtprävention, stellte das Suchthilfesystem im Landkreis vor und informierte über den „Wegweiser Sucht“.  Die Apotheken spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Suchtberatung. Dr. Christine Ertelt, Apothekerin aus Bisingen, erläuterte die Voraussetzungen für eine Substitutionstherapie, die rechtlichen Grundlagen sowie die Möglichkeiten der Versorgung. Ergänzend dazu gab sie einen Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen aus dem Alltag.  Lothar Rieger von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle Balingen gab Auskünfte über die Drogenprävention der Polizei. Hierzu gehören unter anderem die Unterstützung der Präventionsarbeit an Schulen, Vorträge für Eltern, Schülerprogramme zur Drogenprävention sowie Verkehrsunfallprävention mit den Themenfeldern Alkohol, Drogen und Medikamente. Im Anschluss an die Veranstaltung nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit den Referenten auszutauschen.