Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hirschbergstraße 29
72336 Balingen

Marisa Hahn
Pressesprecherin
Telefon 07433 921136

Anja Heinz
Stellvertretende Pressesprecherin
Telefon 07433 921137

Felderbegehung auf dem Biolandhof Dietz

Der Arbeitskreis Ökolandbau/Umstellung auf ökologischen Landbau im Zollernalbkreis richtete im Juni unter der Organisation des Landwirtschaftsamtes eine Felderbegehung mit dem Biolandberater Jonathan Kern aus. Dabei führte Alexander Dietz aus Winterlingen-Harthausen rund 25 ökologisch wirtschaftende Landwirte über seine Felder.

Besichtigt wurden die Ackerkulturen Roggen, Linsen, Hafer und Triticale. An jedem der Standorte wurde der Bestand beurteilt, unter den Teilnehmern intensiv diskutiert und der Rat des Ackerbauberaters Kern eingeholt. Betriebsleiter Alexander Dietz ist prinzipiell zufrieden mit seinen Beständen, hat aber mancherorts mit den vielen Disteln zu kämpfen. Kern erläuterte hier, dass die vielfältige Fruchtfolge mit Wechseln zwischen Winterungen und Sommerungen, Zwischenfrüchten sowie Untersaaten von Dietz ideal sei, um diesem Problem entgegen zu treten.

Beim Roggen empfiehlt er eine geringere Saatdichte, so können sich die einzelnen Ähren besser entwickeln. Der Berater hält viel vom Roggen als Ackerkultur und hofft, dass diese Getreideart bald einen ähnlichen Aufschwung wie der Dinkel erlebt. Roggen gilt als sehr gesund und bekömmlich, allerdings benötigt er durch das Sauerteigverfahren viel Handwerkskunst der Bäcker. Durch seine Genügsamkeit passt der Roggen optimal in jede Fruchtfolge.

Grundsätzlich sieht Dietz ein Problem mit dem Nährstoffmangel auf seinem Betrieb. „Die durch die rund 200 Ziegen anfallenden Düngemenge reichen bei weitem nicht, um meine Böden ausreichend mit Nährstoffen, vor allem mit Stickstoff zu versorgen“, so Dietz.
Der Fachberater erläuterte hier die Bedeutung der pflanzlichen Stickstoffbinder, wie beispielsweise Zwischenfrüchte oder Leguminosen. Damit kann entsprechend Stickstoff in die Fruchtfolge eingebracht werden. Vor allem im übernächsten Jahr nach Kleegras gibt der Boden den gespeicherten Stickstoff an die Folgefrucht ab. „Die Konservierung von Kleegras zu Düngezwecken gewinnt immer mehr an Bedeutung“, erklärt Kern. Allerdings müsse dazu ein Fahrsilo vorhanden sein, was dieses Verfahren aufwändig und kostenintensiv werden lasse.

Nach der Begehung von vier verschieden Ackerkulturen diskutierten die Teilnehmer noch offene Fragen mit dem Berater. Der rege Austausch zeigte wie wichtig solche Praxisberatungen vor Ort für die Landwirte sind.