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Woche der Pflege widmete sich der Betreuungsstruktur im Zollernalbkreis

Vortrag zum Thema Pflege im Sitzungssaal des Landratsamts

Das Landratsamt veranstaltete die erste gemeinsame Gesundheits- und Pflegekonferenz. Ziel ist es, durch den Austausch die Pflege- und Versorgungsstruktur im Zollernalbkreis auszubauen und Betroffenen eine umfängliche Betreuung zu bieten. In der „Woche der Pflege“ ging es darum, den zunehmenden Herausforderungen einer alternden Bevölkerung und fehlenden Fachkräften entgegen zu treten, Betroffenen und Angehörigen Unterstützung im komplexen Thema Pflege zu bieten und das kreisweite Netzwerk auszubauen.

Unter dem Titel „Pflege im Fokus“ trafen bei der ersten gemeinsamen Pflege- und Gesundheitskonferenz Vertreter von Kliniken und Ärzteschaft, der Krankenkassen, Akteure des ambulanten und stationären Pflegesektors sowie Vertreter aus Kreistag und Verwaltung zusammen. „Nur wenn es gelingt, attraktive Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt sowie im Pflegeberuf selbst zu schaffen, werden ihn qualifizierte Menschen ergreifen“, betonte Landrat Günther-Martin Pauli in seiner Begrüßung. Hierfür gelte es, innovative und nachhaltige Konzepte zu finden. Entsprechende Einblicke in die Praxis der Fachkräftegewinnung gaben Blerta Muqaku, Pflegedirektorin am Zollernalb-Klinikum und Andrea Schittenhelm von der Stiftung Lebenshilfe Zollernalb. Dass dieser Markt hart umkämpft ist, stellte Nico Maier von der Agentur für Arbeit ebenfalls fest: Im Bereich Pflege gibt es kaum arbeitslose Personen. Gleichzeitig seien in der Altenpflege nur wenige freie Stellen gemeldet.
Innerhalb eines Beteiligungsworkshops erarbeiteten die Teilnehmenden Ideen und Lösungen zu unterschiedlichen Fragestellungen, beispielsweise welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um Pflegefachkräfte im Zollernalbkreis zu gewinnen und halten zu können. Die Ergebnisse dieser Expertengruppen fließen in eine im Juli gegründete Arbeitsgruppe der Pflegekonferenz mit ein. 

Der Weltalzheimertag wurde Betroffenen und deren Angehörigen gewidmet. Ute Hauser, Geschäftsführerin der Alzheimergesellschaft BW, und Doris Sohmer, Leitungsteam Angehörigengruppe zur Begleitung Demenz, gaben wertvolle Einblicke über das Krankheitsbild, dessen Hintergrund und Folgen. Herausfordernd für Angehörige und nahestehende Personen ist speziell der Umgang mit Betroffenen. Eigene Erfahrungen konnten Interessierte dabei im interaktiven Demenzparcours sammeln und in die Welt der Erkrankten eintauchen.

Nach einem Vernetzungsworkshop für Anbieter von Unterstützungsangeboten folgte eine öffentliche Vortragsreihe zu Pflegebedürftigkeit, Nachsorge und Wohnformen. Heide Rath gab den Interessierten einen Einblick in ihre Tätigkeit beim Pflegestützpunkt in Balingen: was im Falle einer eintretenden Pflegebedürftigkeit oder bereits vorsorglich zu tun ist, wie es nach einem Krankenhausaufenthalt mit der Nachsorge weitergeht und welche Wohnformen es im Alter gibt. „Die Anforderungen pflegebedürftiger Menschen sind so individuell und unterschiedlich wie die Menschen selbst.“, so ihr Fazit. Genauso vielfältig und komplex seien die Angebote und Hilfen bei pflegerischen und sozialen Versorgungs- und Betreuungsangeboten.

Rechtliche Bestimmungen in Bezug zur Pflegebedürftigkeit und dem Tod können Menschen aller Altersgruppen vor Herausforderungen stellen, weshalb Nicole Molsen und Claudia Heinemann vom Betreuungsverein Lebenshilfe Zollernalb e.V. in einer weiteren Veranstaltung zur Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht referierten.

Vortrag des Zollernalb Klinikums bei der Gesundheits- und Pflegekonferenz
(Erstellt am 22. November 2021)