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Q-Fiebererkrankungen im Zollernalbkreis

Q-Fieber im Zollernalbkreis: Keine neuen Erkrankungen
 Nachdem seit neun Tagen (letzte Meldung am 17.9.2019) keine Labormeldung einer Q-Fiebererkrankung beim Gesundheitsamt des Landratsamtes Zollernalbkreis einging, deutet alles auf ein Ende des aktuellen Ausbruches in Albstadt-Tailfingen hin. Insgesamt waren bei dem seit Ende Juli/Anfang August 2019 grassierenden Q-Fieber 87 Verdachtsfälle dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Davon wurden 70 Fälle durch Blutuntersuchungen laborchemisch bestätigt.

Seit Ende August sind nur noch wenige weitere Fälle dazugekommen. Diese Personen hatten sich erst im späteren Verlauf ihrer Q-Fieber-Erkrankung einer Blutuntersuchung unterzogen. Erkrankt waren ausschließlich Menschen, die im Raum Albstadt-Tailfingen wohnen oder sich in der Gegend aufgehalten hatten. Aufgrund der Tatsache, dass das Infektionsgeschehen mittlerweile über drei Monate zurückliegt, geht das Landratsamt davon aus, dass die ursächliche Schafherde nicht mehr festgestellt werden kann. Schäfer, die mit ihren Tieren im Zollernalbkreis weiden, wurden in den vergangenen Wochen intensiv über die Infektionswege der Krankheit, mögliche Vorsorgemaßnahmen wie Impfung und Maßnahmen zur Vermeidung der Verbreitung und Verhinderung der Übertragung auf den Menschen (Aufstallen beim Ablammen, Desinfektion) aufgeklärt. Potentiell infizierte Personen aus dem Bereich Albstadt waren in den vergangenen Wochen vom Blutspenden durch den Blutspendedienst Baden-Württemberg zurückgestellt worden. Zwischenzeitlich wurde aufgrund der sich entspannenden Situation dieser Ausschluss am 23. September 2019 wieder aufgehoben. Aufgrund der Regelungen im Infektionsschutzgesetz wird jeder einzelne Q-Fiebernachweis bei einem Patienten (Erreger Coxiella burnetii) vom jeweiligen Untersuchungslabor dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Insofern wird die Q-Fieber-Situation im gesamten Zollernalbkreis, auch unabhängig von einem Ausbruchsgeschehen, vom Gesundheitsamt kontinuierlich überwacht.  

Seit dem 18. September 2019 wurden dem Gesundheitsamt keine weiteren Verdachtsfälle mehr gemeldet.

17. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 87

16. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 84

Seit dem 12. September 2019 wurden dem Gesundheitsamt keine weiteren Verdachtsfälle mehr gemeldet.

11. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 83

10. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 81

9. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 81

6. September 2019 (12.15 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 80

5. September 2019 (17 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 80

4. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 79

3. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 78

2. September 2019 (16 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 76

30. August 2019 (11:30 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle:  76

29. August 2019 (16:10 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 75

28. August 2019 (16:30 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 70

26. August 2019 (10 Uhr):
Dem Gesundheitsamt gemeldete Verdachtsfälle: 67

22. August 2019 (17 Uhr):
Dem Gesundheitsamt wurden 57 Verdachtsfälle gemeldet.

21. August 2019 (16:45 Uhr):
Es wurden 55 Verdachtsfälle auf Q-Fieber gemeldet.

20. August 2019:
Dem Gesundheitsamt sind insgesamt 42 Verdachtsfälle an Q-Fieber gemeldet worden.

19. August 2019:
Konnte die Ansteckungsquelle lokalisiert werden? Wenn ja, was muss das Veterinäramt in diesem Falle veranlassen?
Die Suche nach der ursächlichen Schafherde gestaltet sich sehr schwierig, da in dem betroffenen Bereich sehr viele Schafherden unterwegs sind. Da das Infektionsgeschehen inzwischen über einen Monat her ist, ist es entsprechend aufwendig, in Frage kommende Herden zu identifizieren. Einige Herden, die dort weideten,  konnten bereits ausgeschlossen werden, da die Tiere entweder geimpft sind, oder nicht vor Ort abgelammt haben.

15. August 2019:In der letzten Woche kontaktierten im Raum Albstadt-Tailfingen mehrere erkrankte Personen die dortige Ärzteschaft mit den Krankheitssymptomen Fieber und Lungenentzündung. Als Ursache der Erkrankung konnte zwischenzeitlich in mehreren Fällen Q-Fieber nachgewiesen werden. 

Mit heutigem Stand (15. August 2019) sind dem Gesundheitsamt bisher insgesamt 27 Fälle gemeldet worden, davon einige mit Lungenentzündung. Auf der gesamten Schwäbischen Alb kommen immer wieder Q-Fiebererkrankungen vor. Aufgrund der Inkubationszeit, dem Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Erkrankung, ist davon auszugehen, dass die erkrankten Personen sich ca. zwei bis drei Wochen vor dem Beginn der Krankheitssymptomatik angesteckt haben. Übertragen wird die Krankheit auf den Menschen häufig durch infizierte Schafe, die den Erreger der Erkrankung vor allem bei der Geburt von Lämmern ausscheiden. Der Erreger kann längere Zeit in der Umwelt überleben und mit Staub über den Wind verbreitet werden. Menschen können sich anstecken, wenn sie den Erreger mit der Atemluft einatmen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt praktisch keine Rolle. Zur Suche der möglichen Ansteckungsquelle wurde das Veterinäramt eingeschaltet. Etwa die Hälfte der Q-Fieberinfektionen führen zu keinen Symptomen oder nur leichten grippeähnlichen Erscheinungen. Bei einer schwer verlaufenden menschlichen Q-Fieberinfektion liegen hohes Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen vor. Es kann bei einem Teil der schwer verlaufenden Krankheitsfälle auch zu Lungenentzündungen, Leber-, Herzmuskel- und Herzinnenhautentzündungen kommen. Bei akutem Q-Fieber wird über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mit einem bestimmten Antibiotikum behandelt. Bewohner in Albstadt-Tailfingen, die in den letzten Tagen an Fieber und respiratorischen Symptomen erkrankt sind, sollten sich mit ihrem Arzt in Verbindung setzen und sich auf Q-Fieber testen lassen. Besonders gefährdet sind Schwangere und Personen mit Vorliegen einer Immunschwäche oder Herzdefekten. Diesem Personenkreis wird auch ohne Vorliegen von Krankheitszeichen eine Untersuchung auf Q-Fieber empfohlen. Der DRK Blutspendedienst wurde informiert. Bei Q- Fiebererkrankten ist eine Blutspende erst wieder zwei Jahre nach dokumentierter Ausheilung zulässig. Weitere Informationen finden sich auf dem Q-Fieber-Merkblatt des Gesundheitsamtes. Dieses ist auf der Homepage des Landratsamtes online gestellt.- Q-Fieber-Merkblatt (114,7 KiB)

Weitergehende Fragen:

Gibt es auch gemeldete Krankheitsfälle außerhalb von Tailfingen?
Es gibt auch Personen, die außerhalb von Tailfingen wohnen und sich angesteckt haben. Diese Fälle werden derzeit nachgeprüft und bei den bis jetzt überprüften Fällen konnte festgestellt werden, dass sich diese Personen im Raum Tailfingen aufhielten, sei es durch Freizeitaktivitäten wie wandern, joggen, einkaufen oder dass die Personen in Tailfingen arbeiten.

Wie lange kann die bakterielle Ansteckung nachgewiesen werden?
Die Infektion mit Q-Fieber kann noch über Monate anhand der im Blut vorhandenen Antikörper nachgewiesen werden.

Wie viele Schafhalter mit Schafen gibt es im Zollernalbkreis?
Im Zollernalbkreis gibt es 221 Schafhalter mit insgesamt 17.300 Tieren.