Konzentrationslager des "Unternehmens Wüste"

von Dr. Andreas Zekorn

Exhumierung toter KZ-Häftlinge Massengrab KZ Bisingen
Exhumierungsarbeiten Massengrab Bisingen

1944 existierten im Gebiet des heutigen Zollernalbkreises, also sowohl im Kreis Hechingen wie im Kreis Balingen, sieben Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof (Elsaß).

Die Lager befanden sich bei Bisingen, Dautmergen, Dormettingen, Erzingen, Frommern, Schömberg und Schörzingen. Sie waren Teil des im Juni 1944 beschlossenen Projekts mit dem Tarnnamen "Unternehmen Wüste". Im Rahmen dieses Unternehmens beabsichtigte man, den entlang des Albtraufs vorkommenden ölhaltigen Schiefer abzubauen, um daraus Schieferöl zu gewinnen. Dies war jedoch kaum wirtschaftlich.
Dafür aber waren die Haftbedingungen vor allem in den größeren Lagern grausam und unmenschlich. Häftlinge aus ganz Europa waren hier untergebracht. Innerhalb weniger Monate fanden Tausende von ihnen den Tod.
Allein auf den Ehrenfriedhöfen in Bisingen, Schömberg und Schörzingen, die als Gedenkstätten an die Opfer erinnern, sind mindestens 3.472 Tote beerdigt. Hinzu kamen Häftlinge, die bei der Verlegung in andere Lager oder bei der Auflösung der Lager zu Tode kamen.

Neben den genannten Ehrenfriedhöfen können Überreste dieser Lager bzw. Produktionsstätten im Gedenkpfad Eckerwald bei Schömberg-Schörzingen und bei der KZ-Gedenkstätte Bisingen

Weitere Informationen zum Gedenkpfad Eckerwald und eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier.


Von der Nachkriegszeit zur Bildung des Zollernalbkreises