Borkenkäfer schwärmen aus – Forstamt ruft zu Kontrollen auf
In den Wäldern im Zollernalbkreis ist in den nächsten Tagen mit einem erhöhten Borkenkäferbefall zu rechnen. Das Forstamt fordert Waldbesitzende dazu auf, ihre Bestände verstärkt in Augenschein zu nehmen.
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Die Sturmereignisse in 2023 haben in vielen Privatwaldgebieten des Zollernalbkreises zu erheblichen Schadholzanfällen geführt. Teilweise wurden die vom Sturm beschädigten Fichtenbestände nicht oder nicht vollständig aufgearbeitet. In den in Mitleidenschaft gezogenen Beständen mit zahlreichen angebrochenen, angeschobenen und gebogenen sowie geschwächten Fichten fanden die Borkenkäfer im Laufe des Sommers 2024 optimale Entwicklungsbedingungen vor und konnten sich rasch und in großer Anzahl vermehren. Hier ist an erster Stelle der Buchdrucker als gefährlichster und zu Massenvermehrung neigender Borkenkäfer zu nennen. Auch gesunde Fichten wurden vom Borkenkäfer befallen. Vor allem dort, wo das vom Käfer befallene Schadholz im Herbst/Winter 2024/2025 nicht oder nicht vollständig aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht wurde, ist eine sehr hohe Borkenkäferpopulation in die Überwinterungsphase getreten.
Die anhaltend hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben zu einer raschen Entwicklung der Borkenkäfer beigetragen. In den tieferen Lagen des Zollernalbkreises hat der Schwärmflug der überwinterten Altkäfer bereits begonnen und in den höheren Lagen stehen die Käfer kurz vor dem Ausschwärmen. Es ist deshalb in den kommenden Tagen mit einem erhöhtem Stehend- und Neubefall in sowohl bereits geschädigten wie gesunden Fichtenbeständen zu rechnen.
Privatwaldbesitzende in gefährdeten Waldbereichen werden deshalb aufgefordert, ihre Bestände regelmäßig – mindestens ein Mal pro Woche – zu kontrollieren. Deutliche Zeichen eines Frischbefalls sind zunächst Harztropfen auf der Rinde (der Baum versucht sich gegen den Käferbefall mit verstärktem Harzfluß zu wehren) und braunes Bohrmehl im Umkreis der befallenen Bäume (der Baum wurde erfolgreich vom Käfer besiedelt). Im späteren Befallsverlauf kommen Spechtabschläge der Rinde (ab Larvenstadium) sowie Braunfärbung der Kronen und Abfall von grünen Nadeln hinzu. Spätestens dann sind folgende waldschutzrelevanten Maßnahmen zu ergreifen, um die Borkenkäfer wirkungsvoll zu bekämpfen:
· Sofortiger Einschlag der vom Käfer befallenen Schadhölzer.
· Sofortige Abfuhr aller bruttauglichen Hölzer (alle Holzsortimente mit einem Durchmesser größer 7 cm) aus dem Wald. Der Abstand zu gefährdeten Nadelholzbeständen sollte mindestens 500 Meter, in Hauptwindrichtung mindestens 1.000 Meter betragen.
· Vollständige Aufarbeitung der Gipfel zu Brennholz und Abfuhr aus dem Wald. Nicht verwertbares Gipfelholz ist klein zu schneiden, damit es möglichst schnell austrocknet und für den Käferbefall nicht mehr attraktiv ist. Von einem Verbrennen des Reisigmaterials im Wald wird derzeit aufgrund der anhaltenden Trockenheit und erhöhten Waldbrandgefahr abgeraten.
· Beibehaltung regelmäßiger Befallskontrollen bis in den Herbst (Mitte Oktober) hinein.
Weitere Information zur Vorbeugung, Erkennung und Eindämmung der Borkenkäfer erhalten Waldbesitzende im Internet auf der Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg unter www.fva-bw.de und von den Forstrevierleitenden (Kontaktdaten auf www.zollernalbkreis.de/Forst).


