Obstbaumblüte auf dem Höhepunkt – Trockenheit wird zur Herausforderung
Die Obstbaumblüte im Zollernalbkreis hat ihren Höhepunkt erreicht. Nach Kirschen und Birnen stehen die Apfelbäume in voller Pracht und prägen als häufigste Obstart die Streuobstwiesen der Region. Je nach Lage und Sorte kommt es dabei zu Überschneidungen der Blühzeiträume.
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Mit Blick auf den Jahresverlauf rücken die sogenannten Eisheiligen näher, die um den 15. Mai mit der sogenannten „Kalten Sophie“ ihren Höhepunkt erreichen. Diese gelten traditionell als mögliche Kältephase mit Spätfrostgefahr. Allerdings zeigt sich zunehmend, dass Zeitpunkt und Intensität solcher Wetterlagen variieren können. Die Eisheiligen sind daher eher als grober Orientierungswert einzuordnen.
In den vergangenen Wochen kam es bereits zu kühlen, klaren Nächten mit örtlichem Bodenfrost. Für die früh blühenden Obstbäume stellte dies durchaus ein Risiko dar. „Größere Schäden sind bislang jedoch ausgeblieben, da die Temperaturen meist nur kurzfristig und knapp unter dem Gefrierpunkt lagen“, so Kreisfachberater Achim Beck vom Landwirtschaftsamt. Entscheidend für mögliche Frostschäden sind neben der Minimaltemperatur vor allem die Dauer der Kälteperiode sowie das jeweilige Entwicklungsstadium der Blüten.
Aktuell bereitet vielmehr die anhaltende Trockenheit Sorge. Die nahezu sommerlichen Temperaturen der vergangenen Wochen haben zu einer deutlichen Austrocknung der oberen Bodenschichten geführt, vereinzelt sind bereits Trockenheitsrisse sichtbar. Für den Austrieb und die Fruchtentwicklung benötigen Obstbäume jedoch ausreichend Wasser. „Der Niederschlag in diesen Tagen kann die Situation kurzfristig entspannen, dürfte jedoch vielerorts nicht ausreichen, um den bestehenden Wasserbedarf vollständig zu decken“, sagt Achim Beck.
Insbesondere junge und neu gepflanzte Bäume sollten daher regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf bewässert werden. Je nach Größe sind pro Gießgang etwa 50 bis 120 Liter Wasser erforderlich. Zur Unterstützung können Bewässerungssäcke eingesetzt werden, die das Wasser über mehrere Stunden gleichmäßig an den Wurzelbereich abgeben. Ergänzend empfiehlt es sich, die Baumscheiben freizuhalten, um Konkurrenz durch Gräser zu vermeiden und die Wasseraufnahme zu verbessern. Eine Mulchschicht kann zusätzlich helfen, die Bodenfeuchte länger zu halten. Im Herbst sollten Mulch und Bewässerungshilfen jedoch entfernt werden, um Wühlmäusen keinen Lebensraum zu bieten.


