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Wie verhalte ich mich in Krisensituationen?

Mehrere Feuerwehrleute in Uniform stehen zusammen und unterhalten sich

Plötzlich ist die Wohnung dunkel. Stromausfall. Gleichzeitig ist das Handynetz gestört. Und nun? Wir haben bei Kreisbrandmeister Sven Röger nachgefragt, wie man sich im Idealfall in Krisensituationen verhält. 

Den Text in leichter Sprache finden Sie hier.  (PDF) (55,5 KiB)

Ganz grundsätzlich: Wann wähle ich die 112?
Die 112 ist eine Notrufnummer und wird immer dann gewählt, wenn Gefahr für Leib und Leben und somit schnelle Hilfe durch die Feuerwehr oder den Rettungsdienst gefordert ist. 

Wann bekomme ich Hilfe? 
In der Regel so schnell wie möglich: Jeder Notruf wird abgearbeitet. Bei hohem Aufkommen muss priorisiert werden - d.h. nach Dringlichkeit. Unsere Bitte: Nicht mehrmals die 112 wählen, denn dies blockiert die Leitungen für andere Notrufe. 

Was ist nun aber, wenn der Strom ausfällt und ich zudem kein Telefonnetz mehr habe und somit keinen Notruf absetzen kann? 
Sofern keine Menschen in Gefahr, plötzlich erkrankt oder entsprechende Schäden bekannt sind, einfach in den eigenen vier Wänden bleiben. Taschenlampen oder Kerzen geben genügend Licht, im Idealfall ein batteriebetriebenes Radio einschalten. Achtung: Kerzen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen und regelmäßig lüften.
Sind nur einzelne Mobilfunknetze von dem Ausfall betroffen, funktioniert der Notruf weiterhin mit anderen Netzen. Sollte das Mobilfunknetz insgesamt ausfallen, ist ein Notruf weiterhin über das Festnetz möglich. Grundsätzlich kann bei Ausfall der Notrufnummer 112 die 110 angerufen werden. Die Polizei gibt die Notrufe dann an die Leitstelle weiter. 
Sofern alle Telefonnetze ausfallen, werden im Zollernalbkreis die Feuerwehrhäuser besetzt. In Notfällen können sich Personen dann dort hinbegeben. Die Feuerwehren können dann sofort selbst reagieren oder über Funk weitere Hilfe anfordern. Weitere Anlaufpunkte für die Bevölkerung sind in diesem Fall die Polizeireviere. 

Lange Trockenheit und dann ein plötzlich einsetzender Starkregen. Kleine Bäche können innerhalb kürzester Zeit über die Ufer treten und Häuser fluten. Wie verhalte ich mich hier richtig? 
Zunächst stellt sich die Frage: Wohne ich in einem Hochwasserrisikobereich? Das kann man ganz einfach über die Hochwassergefahrenkarte unter www.hochwasserbw.de nachsehen. Ist dies der Fall, ist es empfehlenswert rechtzeitig Vorsorge zu treffen - konkret mit Hilfsmitteln wie Sandsäcken, Schalbrettern und wasserfesten Sperrholzplatten. Manchmal geht es jedoch unglaublich schnell und man hat wenig Reaktionszeit. Hier gilt: Sobald Wasser eintritt - meiden Sie Kellerräume, das ist lebensgefährlich. Türen können auch bei niedrigen Wasserhöhen zufallen und sind dann durch den Wasserdruck nicht mehr zu öffnen. Halten Sie sich in den oberen Geschossen auf und helfen Sie anderen, aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. 

Sollte ich mir einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln zusammenstellen?
Allgemein ist es ratsam, einen Vorrat zu Hause zu haben – wenn z.B. bei einem großflächigen Stromausfall die Supermärkte geschlossen bleiben oder kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn kommt. Empfehlenswert ist ein Vorrat für mehrere Tage, laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe am besten für 14 Tage, mit Lebensmittel, die gut haltbar sind und nicht gekühlt werden müssen. Wichtig dabei: Genügend Trinkwasser einplanen. Ein Erwachsener braucht mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. 

Was bringen Warnapps? 
Warn-Apps informieren fortlaufend in Krisensituationen wie Naturkatastrophen oder Bränden die Bevölkerung. Die offizielle Warn-App des Bundes nennt sich NINA. Individuell kann hier eingestellt werden, für welche Gebiete und Orte man gewarnt werden soll. Weitere Warn-Apps: Katwarn, Biwapp, Warnwetter und MeinPegel. Wir empfehlen, dass man sich eine App auf das Smartphone lädt, um aktuelle Informationen zu erhalten. 

Wie kann ich mich auf Krisensituationen vorbereiten? 
Zahlreiche hilfreiche Informationen, Ratgeber und Checklisten zur eigenen Vorbereitung findet man auf den Seiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: https://www.bbk.bund.de