Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hirschbergstraße 29
72336 Balingen

Sabrina Stotz
Pressesprecherin
Telefon 07433 921136

Steffen Maier
Pressesprecher
Telefon 07433 921137

Vegetationsbrandübung mit Polizeihubschrauber – Zollernalbkreis trainiert luftunterstütze Brandbekämpfung

Feuerwehrleute mit Stahlrohr befüllen Löschwasserbehälter

Eine realitätsnahe Übung zur Bekämpfung von Vegetationsbränden hat kürzlich im Zollernalbkreis stattgefunden. Die Flugunterstützungsgruppe der Vegetations-brandeinheit Zollernalb trainierte gemeinsam mit der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg den koordinierten Löscheinsatz aus der Luft.

Als Übungsort dienten erneut der Flugplatz Degerfeld sowie die Erddeponie Albstadt. Dort wurde ein Szenario angenommen, das auch in unserer Region zunehmend in den Fokus rückt: sich schnell ausbreitende Flächen- und Vegetationsbrände. Auch wenn der Zollernalbkreis bislang nicht zu den klassischen Waldbrandregionen zählt, zeigen aktuelle Entwicklungen, dass sich die Gefährdungslage verändert. Ereignisse in verschiedenen Teilen Deutschlands haben verdeutlicht, dass auch unsere Region betroffen sein kann. Vor diesem Hintergrund baut der Landkreis seine Fähigkeiten in diesem Bereich seit Jahren gezielt aus. Die Vegetationsbrandeinheit ergänzt dabei die örtlichen Feuerwehren und ermöglicht insbesondere bei größeren Lagen eine effiziente Unterstützung - auch unter Einbindung luftgestützter Kräfte.

Im Übungsverlauf wurden unterschiedliche Verfahren zur Wasseraufnahme mit dem sogenannten Bambi-Bucket erprobt. Neben der klassischen Befüllung über Strahlrohre kam auch ein spezieller Löschwasserbehälter des Zollernalbkreises zum Einsatz. Im Anschluss erfolgten gezielte Abwürfe über dem Übungsgebiet. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Schnittstellen zwischen Boden- und Luftkräften: von der Einrichtung geeigneter Wasserentnahmestellen über die logistische Bereitstellung des Löschwassers bis hin zur präzisen Koordination der Abwürfe durch die Polizeihubschrauberstaffel.„Wir müssen davon ausgehen, dass Vegetationsbrände auch bei uns künftig häufiger auftreten können. Entscheidend ist deshalb, dass wir nicht nur über die richtige Technik verfügen, sondern vor allem die Abläufe zwischen allen Beteiligten sicher beherrschen. Unsere Flugunterstützungsgruppe spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie trainiert regelmäßig die Zusammenarbeit mit Polizeihubschraubern sowie mit Hubschraubern der Bundeswehr, insbesondere der Luftwaffe und des Heeres. So stellen wir sicher, dass wir auch bei größeren Schadenslagen oder Katastrophen schnell und abgestimmt handeln können“, betont Kreisbrandmeister Sven Röger. In den vergangenen Jahren konnten mehrere Vegetationsbrände im Zollernalbkreis durch das schnelle und koordinierte Eingreifen der Feuerwehren frühzeitig begrenzt werden. Diese Erfahrungen unterstreichen die Bedeutung einer kontinuierlichen Aus- und Fortbildung sowie klar abgestimmter Einsatzkonzepte.

Polizeihubschrauber schwebt, im Vordergrund ist ein Löschwasserbehälter zu sehen

Die Initiative zu der Übung kam von der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg. Deren Pilotinnen und Piloten trainieren regelmäßig das sichere Fliegen mit Außenlasten – in diesem Fall das kontrollierte Aufnehmen und gezielte Abwerfen von mehreren hundert Litern Löschwasser. Ziel der Übung war es, neben dem Training der fliegerischen Durchführung die Abläufe zwischen Luft- und Bodeneinheiten zu optimieren, die Kommunikation zu verbessern sowie die Effektivität bei der Brandbekämpfung von Vegetations- und Flächenbränden zu steigern. „Die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr - wie bei dieser gemeinsamen Übung - ist dabei entscheidend. Nur wenn alle Kräfte in der Luft wie am Boden effektiv ineinandergreifen, können wir im Ernstfall Brandschäden auf ein Minimum begrenzen“, so Leitender Polizeidirektor Martin Landgraf, Leiter der Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg.Im Übungsverlauf wurden unterschiedliche Verfahren zur Wasseraufnahme mit dem sogenannten Bambi-Bucket erprobt. Neben der klassischen Befüllung über Strahlrohre kam auch ein spezieller Löschwasserbehälter des Zollernalbkreises zum Einsatz. Im Anschluss erfolgten gezielte Abwürfe über dem Übungsgebiet. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Schnittstellen zwischen Boden- und Luftkräften: von der Einrichtung geeigneter Wasserentnahmestellen über die logistische Bereitstellung des Löschwassers bis hin zur präzisen Koordination der Abwürfe durch die Polizeihubschrauberstaffel.

Die Polizeihubschrauberstaffel Baden-Württemberg verfügt über sechs moderne Polizeihubschrauber des Typs Airbus H145. Diese sind an den Standorten Flughafen Stuttgart und Baden-Airpark stationiert und fliegen ca. 2.300 Polizeieinsätze jährlich -rund um die Uhr. Ein weiteres Einsatzgebiet ist dabei die Unterstützung der Feuerwehren des Landes aus der Luft. Die Hubschrauber sind mit einer Vorrichtung für Außenlastflüge ausgestattet. Zum Einsatz kommt ein Löschwasserbehälter (ein sogenanntes Bambi-Bucket), mit dem gezielte Wasserabwürfe auf Brandherde durchgeführt werden können. Das Fassungsvermögen dieser Löschwasserbehälter beträgt bis zu 910 Liter. „Die Brandbekämpfung aus der Luft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Unsere Hubschrauber ermöglichen es, auch unter schwierigen Bedingungen und schwer zugänglichen Einsatzorten, präzise und flexibel einzugreifen“, so Landgraf. Für den Bevölkerungsschutz im Zollernalbkreis liefert die Übung wichtige Erkenntnisse übertragbar auch auf andere Einsatzlagen. Die trainierten Verfahren sind nicht nur bei Vegetationsbränden relevant, sondern beispielsweise auch bei großflächigen Schadenslagen infolge von Unwettern. Die Flugunterstützungsgruppe übt daher regelmäßig auch das sichere Anschlagen und Verbringen von Lasten unter schwebenden Hubschraubern. Neben der Vegetationsbrandeinheit und der Polizeihubschrauberstaffel war die Feuerwehr Albstadt eingebunden, welche die Vegetationsbrandeinheit unterstützte und die Wasserversorgung sicherstellte.
Die Bilder stammen von Markus Voelter Photography http://photo.voelter.de