Freiwillige leisten wertvolle Dienste im Zollernalb-Wald
Förderung der Klimastabilität, Schutz von Eiben, Aufräumarbeiten: Über den Verein Bergwaldprojekt leisten 16 freiwillige Helferinnen und Helfer im Forstrevier Balingen-West in dieser Woche (22. bis 26. Juni 2026) wertvolle Dienste.
Den Text in Leichter Sprache finden Sie hier (PDF) (56,6 KiB).
Nach der Premiere im vergangenen Sommer ist es das zweite Mal, dass das Bergwaldprojekt im Zollernalbkreis aktiv ist. Die Freiwilligen sind zwischen 23 und 62 Jahre alt und kommen aus allen Teilen Deutschlands – unter anderem aus Berlin, Dresden, Hamburg und München –, um eine Woche voller Arbeit im und mit dem Wald zu erleben. Nahe Ostdorf stehen etwa Pflegemaßnahmen an, mit dem Ziel, einen stabilen Mischbestand aus Nadel- und Laubbäumen zu erhalten, die Buche nicht zu dominant werden zu lassen und damit die Klimarobustheit der Bestände zu erhöhen. Bei Endingen baut die Gruppe Kunststoff-Wuchshüllen an älteren Kulturflächen ab, da diese ihren Zweck erfüllt haben und entsorgt werden.
Der Schwerpunkt des Freiwilligendienstes liegt am Albtrauf zwischen Lochen und Hörnle: Dort wird der Bestand der seltenen Eibe gefördert und es werden Jungbäume wirkungsvoll vor Verbiss geschützt. Der Albtrauf ist eine der letzten Regionen in Baden-Württemberg, wo diese Baumart noch zu finden ist. "Dieses einzigartige Eibenvorkommen ist über Jahrhunderte am Albtrauf gewachsen. Wir stehen in der Pflicht, es zu schützen und den Bestand dauerhaft zu sichern. Unser Dank gilt den Freiwilligen, die uns dabei unterstützen“, sagte Landrat Günther-Martin Pauli beim Besuch vor Ort gemeinsam mit Forstamtsleiter Christian Beck und Matthäus Holleschovsky, Leiter des Reviers Balingen-West. „Unsere Freiwilligen erleben hautnah, welche Probleme auf den Wald wirken und wie konkrete Maßnahmen helfen, seine Funktionen zu erhalten und wieder herzustellen. Wer dort mit eigenen Händen angepackt hat, blickt danach anders auf Wald und Natur – und wird motiviert, seinen Alltag bewusster und naturverträglicher zu gestalten“, sagt Biologe Lars Röhling vom Bergwaldprojekt, der die Gruppe in Balingen leitet.
Abgerundet wird die Projektwoche durch eine Exkursion, auf der Teilnehmenden die landschaftlichen Besonderheiten der Region genießen dürfen. Untergebracht sind die Freiwilligen während der Arbeitswoche in einem alten Bauernhaus, wo sie von einem Koch des Bergwaldprojekts mit überwiegend regionalen und saisonalen Produkten versorgt werden.
Weitere Informationen:
Der Bergwaldprojekt e.V. organisiert seit 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. Dieses Jahr wird der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland über 5.000 Freiwillige in die Natur bringen. Dazu werden unter anderem 170 Projektwochen an 90 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland stattfinden. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Das Bergwaldprojekt wurde für seinen Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet. Aktiv ist das Bergwaldprojekt bzw. seine Partnerorganisationen in Österreich, Liechtenstein, der Schweiz und in Katalonien/Spanien.


.jpg?f=%2Fsite%2FLRA-ZAK-2017%2Fget%2Fparams_E-1053531310%2F25350439%2FPI%2520Freiwillige%2520helfen%2520im%2520Zollernalb-Wald%2520%25282%2529.jpg&w=600&h=395&m=C)
.jpg?f=%2Fsite%2FLRA-ZAK-2017%2Fget%2Fparams_E1120423051%2F25350479%2FPI%2520Freiwillige%2520helfen%2520im%2520Zollernalb-Wald%2520%25281%2529.jpg&w=600&h=395&m=C)