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Eichenprozessionsspinner im Zollernalbkreis – Gesundheitsgefahr ernst nehmen

Eichenprozessionsspinner an einem Baumstamm

Mit dem Fortschreiten der Vegetationsperiode rückt im Zollernalbkreis der Eichenprozessionsspinner wieder stärker in den Fokus. Nach Einschätzung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ist die Art in Südwestdeutschland inzwischen weit verbreitet und tritt in fast allen eichenreichen Gebieten auf. Zugleich kann sie als Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere sowie als Schadorganismus an Eichen relevant werden.

Den Text in Leichter Sprache finden Sie hier (PDF) (79 KiB).

Der Zollernalbkreis bittet um erhöhte Aufmerksamkeit in eichenreichen Gebieten. Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um ein ernst zu nehmendes Thema für Gesundheitsschutz, Verkehrssicherung und Waldschutz.

Die größte gesundheitliche Gefahr geht nicht von jungen Raupen aus, sondern von den Brennhaaren älterer Larvenstadien. Diese werden ab dem dritten Larvenstadium gebildet; die Zeit der Hauptgefährdung liegt in der Regel zwischen Mai und Juli. Bei trockener und warmer Witterung können sich die Brennhaare mit dem Wind verbreiten und Hautreizungen, juckende Ausschläge, Reizungen an Augen und Schleimhäuten sowie Atemwegsbeschwerden auslösen. In Einzelfälle können stärkere Reaktionen bis hin zu einer allergischen Schockreaktion auftreten. Alte Nester können noch lange gefährlich bleiben.

Verhaltensempfehlungen:

· Abstand halten: Befallene Bäume und die typischen Gespinstnester sollten großräumig gemieden werden. In betroffenen Bereichen empfiehlt es sich, möglichst auf den Wegen zu bleiben.
· Nicht selbst handeln: Raupen, Gespinste, Häutungsreste und alte Nester sollten keinesfalls berührt oder eigenständig entfernt werden. Die Beseitigung sollte ausschließlich durch sachkundige Fachfirmen erfolgen.
· Befall melden: Sichtungen, etwa an Straßen, in Parks, auf Spielplätzen, an Schulen oder Friedhöfen, sollten umgehend der jeweiligen Gemeinde gemeldet werden. Bei Befall im Wald oder an stark frequentierten Waldwegen ist das Forstamt des Zollernalbkreises die richtige Anlaufstelle.
· Absperrungen beachten: In akuten Gefährdungslagen können Warnhinweise, Aufklärung und Absperrungen geeignete erste Maßnahmen sein. Absperrungen sind unbedingt zu beachten; insbesondere Kinder und Tiere sollten befallene oder gesperrte Bereiche nicht betreten.
· Nach Kontakt richtig reagieren: Nach möglichem Kontakt sollte die Kleidung gewaschen, gründlich geduscht und die Haare gewaschen werden. Bei stärkeren Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Eine Beseitigung des Eichenprozessionsspinners im Wald wird nicht flächendeckend möglich sein, weshalb mit Beeinträchtigungen weiterhin zu rechnen und Vorsicht geboten ist. Das weitere Vorgehen hängt stark vom Entwicklungsstand der Raupen und vom betroffenen Bereich ab. Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit der ungefährlichen Gespinstmotte, deren Raupen sind jedoch unbehaart und befallen verschieden Baum- und Straucharten.