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Flurneuordnung Nusplingen (Galgenwiesen) abgeschlossen – neue Plattform eingeweiht

Mehrere Personen stehen auf einer Plattform aus Holz in einer schönen Landschaft.

Mit der feierlichen Einweihung einer Rastplatz-Plattform durch Landrat Günther-Martin Pauli und Bürgermeister Jörg Alisch hat das Flurneuordnungsverfahren Nusplingen (Galgenwiesen) an diesem Donnerstag (21. Mai 2026) seinen offiziellen Abschluss gefunden.

Den Text in Leichter Sprache finden Sie hier (PDF) (78,6 KiB).

Landrat Pauli zeigte sich erfreut über das Ergebnis: „Mit dieser ökologischen Flurneuordnung wird die Kulturlandschaft der Galgenwiesen nachhaltig weiterentwickelt. Sie bietet kostbare Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, trägt zum Klimaschutz bei und stärkt gleichzeitig die örtliche Landwirtschaft.“ Zugleich würdigte Pauli die hilfreiche und konstruktive Rolle der Teilnehmergemeinschaft. Er überreichte den Vorstandsmitgliedern Matthäus Dett, Alfons Kühlwein und Franz Maier Dankesurkunden des Landwirtschaftsministeriums für die langjährige, engagierte Mitarbeit.

Das Verfahren Galgenwiesen war 2016 als erste ökologische Flurneuordnung im Zollernalbkreis angeordnet und in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Nusplingen, dem Regierungspräsidium Tübingen, der unteren Flurbereinigungsbehörde des Landratsamts Zollernalbkreis und den Grundstückseigentümern umgesetzt worden. Ausgangspunkt war ein wachsender Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. In den Galgenwiesen hatten sich durch Sedimente im Bachbett und Biberdämme großflächige Nasszonen gebildet. „Die Vernässung nahm so stark zu, dass über die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen kaum noch bewirtschaftbar war“, berichtete Bürgermeister Alisch. Er betonte die pragmatische, wertschätzende und insgesamt hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, erst dadurch habe das Verfahren erfolgreich umgesetzt werden können.

Im Herbst 2024 wurden die neuen Flurstücke zugeteilt. Dadurch ist eine klare Nutzung und Pflege gewährleistet: Die landwirtschaftlichen Flächen werden weiterhin von örtlichen Landwirten bewirtschaftet, was den Erhalt der artenreichen Mähwiesen sichert. Etwa elf Hektar Nasswiesen und Seggenriede gingen in Eigentum und Pflege des Naturschutzes über. Rund zehn Hektar davon konnten über die Flurneuordnung erworben und bereitgestellt werden. Mit gezielten landschaftspflegerischen Maßnahmen gelang es, die Biodiversität im Gebiet zu fördern und die Funktion des Lebensraums Niedermoor zu stärken. Diese Moore speichern CO₂ und sind ein wertvoller Lebensraum für Libellen und Amphibien.

Die zum Abschluss dezent in die Landschaft eingefügte Holzplattform, gut erreichbar gelegen am Radweg zwischen Nusplingen und Bärenthal, bietet einen „Blick von außen“ in das wertvolle Naturschutzgebiet. Eine Informationstafel erläutert die ökologischen Besonderheiten und die Bedeutung dieses sensiblen Lebensraums.