Robuste Wiederaufforstung – Landratsamt unterstützt Waldbesitzende
Die Wälder im Zollernalbkreis stehen unter erheblichem Druck. Stürme, anhaltende Trockenphasen und der Borkenkäfer haben besonders in Nadelholzbeständen deutliche Spuren hinterlassen. Für viele Waldbesitzende stellt sich deshalb die Frage, wie geschädigte Flächen künftig sinnvoll und möglichst klimarobust wiederbewaldet werden können.
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Unterstützung bietet dabei das Forstamt Zollernalbkreis an, etwa mit einem Flyer, der sich insbesondere an Privatwaldbesitzende richtet und eine erste kompakte Übersicht für die Wiederaufforstung geschädigter Flächen gibt. Es soll helfen, grundlegende Entscheidungen zur künftigen Waldentwicklung besser einzuordnen und den Blick auf standortgerechte, stabile und möglichst anpassungsfähige Mischbestände zu lenken.
Forstamtsleiter Christian Beck betont, dass die Wiederbewaldung heute deutlich anspruchsvoller sei als noch vor wenigen Jahrzehnten. „Es geht längst nicht mehr nur darum, ausgefallene Bäume zu ersetzen. Vielmehr muss jeder Standort genau betrachtet werden: Boden, Wasserhaushalt, Exposition, Höhenlage und das lokale Kleinklima spielen eine entscheidende Rolle bei der Frage, welche Baumarten künftig Erfolg versprechen.“ Ziel sei es, Wälder zu entwickeln, die besser mit Trockenheit, Hitze, Sturmereignissen und Schädlingsdruck umgehen können.
Der Hintergrund ist klar: Der Borkenkäfer ist meist nicht die eigentliche Ursache des Waldproblems, sondern vor allem ein Folgeschädling. Wenn Bäume bereits durch Trockenheit oder Sturm geschwächt sind, können sie sich schlechter gegen einen Befall zur Wehr setzen. Gleichzeitig verändern sich die Wuchsbedingungen in vielen Lagen spürbar. Das zwingt Waldbesitzende dazu, langfristiger zu denken und bei Neupflanzungen stärker auf Vielfalt zu setzen. Reine Bestände mit nur einer Baumart gelten vielerorts als deutlich störanfälliger als gemischte Wälder mit unterschiedlichen ökologischen Eigenschaften.
Der Flyer des Forstamts greift genau diese Fragen auf und gibt praxisnahe Hinweise für die Planung einer Wiederaufforstung. Dabei geht es nicht um einfache Standardlösungen, sondern um eine erste, gut verständliche Orientierung, welche Baumarten oder Baumartenkombinationen je nach Standort in Betracht kommen können. „Je nach Fläche können etwa robuste Laubbaumarten oder standortgeeignete Nadelbaumanteile in unterschiedlichen Anteilen sinnvoll sein. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel der Arten und ihre Eignung für den jeweiligen Standort“, erklärt Christian Beck.
Wichtig ist aus Sicht des Forstamts ebenso, dass Wiederaufforstung nicht mit der Pflanzung endet. Wer Wald neu begründet, muss die weitere Entwicklung über Jahre begleiten. Dazu gehören unter anderem der Schutz junger Pflanzen vor Wildverbiss, die Konkurrenzregulierung durch Begleitvegetation sowie die Pflege der jungen Bestände. Nur wenn diese Schritte mitgedacht werden, können Pflanzungen langfristig erfolgreich sein.
Wie solche Überlegungen in der Praxis aussehen, wurde etwa bei einer Informationsveranstaltung des Forstamts im Frühjahr in Bisingen deutlich. Dort erläuterte das Waldbau-Team der Forstdirektion Freiburg, der Trainee Robin Kübler sowie der Bisinger Revierförster Andre Conzelmann anhand von Beispielen auf der Fläche, worauf es bei der Planung und Durchführung einer Pflanzung ankommt. Das Interesse war groß – ein Zeichen dafür, dass viele Waldbesitzende im Zollernalbkreis für das Thema sensibilisiert sind und aktuell vor ganz ähnlichen Herausforderungen stehen. Das Forstamt Zollernalbkreis plant, das Informationsangebot auszubauen und künftig weitere Veranstaltungen zum Thema Wiederbewaldung anzubieten. Der Flyer ist über das Landratsamt Zollernalbkreis sowie die örtlichen Forstreviere und in den Rathäusern erhältlich – außerdem online auf www.zollernalbkreis.de. Dort finden Interessierte weiterführende Informationen und die Kontaktdaten der Revierleitungen.


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