Schuhe putzen und pflegen
Der Herbst kommt, und damit die nass-kalte Jahreszeit. Damit unsere Füße gut geschützt
und trocken bleiben, empfiehlt sich regelmäßige Reinigung und Pflege unserer Schuhe.
Worauf ist zu achten?
Schuhe tragen uns durch unseren Alltag, dabei stehen viele verschiedene Ausführungen,
Materialien und Stile zur Verfügung. Werden Schuhe regelmäßig gepflegt, bleiben sie länger
schön und ihre Lebensdauer verlängert sich. Verschiedene Schuhe haben verschiedene
Ansprüche an Ihre Pflege und Reinigung.
Wie oft sollte ich meine Schuhe reinigen?
Durchschnittlich erfahren unsere Schuhe nur einmal im Monat eine Reinigung / Pflege. Um
Lebensdauer und gutes Aussehen zu verlängern, ist ein 14-tägiger Reinigungsabstand
empfehlenswert.
Allgemeine Reihenfolge der Reinigung und Pflege von Schuhen:
- Schnürbänder Schnürbänder aus dem Schuh nehmen und separat waschen (wenn nötig).
Klettverschlüsse schließen. - Mit einer Bürste den groben Schmutz entfernen.
- Feuchte / nasse Reinigung: Lederschuhe, Stoffschuhe und Kunststoffschuhe
vertragen eine Reinigung mit Wasser. - Schuhe bei Raumtemperatur trocknen lassen. Am besten klappt es, wenn die Schuhe
auf einen Schuhspanner gezogen oder mit Zeitungspapier ausgestopft werden (dies
hilft auch beim Trocknen, wenn der Schuh innen nass geworden ist). Schuhe nicht auf
oder vor der Heizung oder dem Ofen trocknen. Dies kann Materialschäden
hervorrufen, das Material wird rissig. - Pflegen und Auffrischen. Die Schuhe mit einem geeigneten Pflegeprodukt behandeln
und ggfs. nachpolieren oder aufrauen. - Imprägnieren wenn unbedingt nötig.
- Schnürbänder wieder einfädeln.
| Schuhtyp | Empfohlene Vorgehensweise |
| Glattleder | • Groben Schmutz entfernen (Bürste) • Feucht abwischen (Lederreiniger oder lauwarmes Wasser mit etwas Neutralreiniger) • Trocknen • Behandlung mit Pflegecreme oder Wachs • Nachreiben Nicht in der Waschmaschine reinigen! |
| Wildleder und Nubuk | • Groben Schmutz entfernen (Wildlederbürste) • Feuchte Reinigung mit wenig lauwarmem Wasser (mit etwas Neutralreiniger im Wasser und einem Mikrofasertuch lassen sich auch Flecken gut entfernen) • Trocknen • Pflegemittel für Wildleder aufbringen, trocknen lassen • Mit einer Kupferdrahtbürste das Leder zum Schluss wieder aufrauen. • Evtl. Imprägnieren Nicht in der Waschmaschine reinigen! |
| Lackleder | • Meist genügt das Abwischen mit einem feuchten Tuch. • Dazu Schwamm oder Tuch verwenden (Bürsten hinterlassen Kratzer) • Hin und wieder mit einem speziellen Lackpflegemittel oder etwas Babyöl behandeln, damit das Material nicht austrocknet. Nicht in der Waschmaschine reinigen! |
| Synthethik und Funktionsfasern | • Groben Schmutz entfernen • Feucht abwischen (lauwarmes Wasser mit wenig Neutralreiniger, bei Schuhen mit Membran auch Funktionsreiniger) • Trocknen • Evt. Imprägnieren (siehe Herstellerangaben) Nur bei ausdrücklicher Herstellerfreigabe in der Waschmaschine reinigen |
| Schuhe aus Stoff | • Einlegesohlen wenn möglich herausnehmen. • Groben Schmutz entfernen • Für die Reinigung wird Wasser, etwas mildes Shampoo oder Gallseife verwendet. Da Stoff mehr Schmutz anzieht, wird für die Reinigung auch mehr Wasser benötigt. Mit einem Mikrofasertuch und einer weichen Bürste arbeiten • Schuhe mit Zeitungspapier gut ausstopfen und trocknen lassen • Zur Verminderung von Neuanschmutzung ggfs. Imprägnieren. Reinigung in der Waschmaschine im Schonwaschgang bei max. 30°C möglich. Auf jeden Fall ein Wäschesäckchen verwenden. Bei einer Reinigung in der Waschmaschine können Risse in Gummiteilen entstehen und Klebestellen können sich lösen. Daher ist die Waschmaschine nur im Notfall eine Lösung. |
Welche Hausmittel können hilfreich sein?
Flecken auf Glattlederschuhen mit etwas stark verdünntem Essigwasser abreiben, danach trocknen und pflegen.
Salzränder auf Glattlederschuhen mit einer Zwiebelhälfte abreiben, alternativ mit etwas Milch oder Buttermilch behandeln, danach trocknen und pflegen.
Salzränder auf Raulederschuhen vorsichtig mit einem Mikrofasertuch und lauwarmem Wasser behandeln. Anschließend gut trocknen und pflegen.
Flecken auf Turnschuhen warmes Wasser mit wenig Shampoo
Knitter und Falten im Schuh Schuhspanner, werden nach dem Tragen in den Schuh eingesetzt und geben ihm so seine ursprüngliche Form wieder.
Gerüche im Schuh die Schuhe nach dem Tragen 24 Stunden lüften, damit Feuchtigkeit und Gerüche abgegeben werden können.
Einlegesohle herausnehmen und an der Luft trocknen lassen.
geschlossene Schuhe nicht barfuß tragen.
Natron in die Schuhe streuen, über Nacht einwirken lassen und am anderen Tag die Schuhe gut ausklopfen.
Schuhe Imprägnieren:
Imprägnieren macht Schuhe und Kleidung unempfindlicher gegen Nässe und Anschmutzung,
es bildet eine Schutzschicht auf dem Material. Doch ist Imprägnieren immer und überall
sinnvoll?
Die meisten Schuhe werden bereits beim Hersteller zum ersten Mal imprägniert. Die
Wirkung hält jedoch nicht unbegrenzt an.
Glattlederschuhe benötigen bei sachgerechter Pflege keine Imprägnierung. Die Oberfläche
ist glatt, die Pflegeprodukte sind von Haus aus wasserabweisend.
Für Raulederschuhe empfehlen die meisten Hersteller eine Behandlung mit Imprägnierspray
nach der Reinigung.
Bei Schuhen mit Membran ist auf die Herstelleranweisung zu achten.
Nachteile beim Imprägnieren:
Egal ob Pumpsprays, Sprays mit Treibgas oder Schaum – Imprägniermittel enthalten jede Menge Chemie. Besonders im Fokus stehen
Polyfluorierte Chemikalien (PFC) und Polyfluorierte AlkylSubstanzen (PFAS),
auch Ewigkeitschemikalien genannt. Sie sind schädlich für Mensch und Umwelt, können nicht abgebaut werden und gelangen so in unser Wasser, unsere Lebensmittel und unseren Organismus. PFC und PFAS haben negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung und gelten als krebsauslösend.
Eine Aufnahme dieser Stoffe findet nicht über die Textilien statt, allerdings über Luft (Einatmen von Aerosolen beim Sprühen), Wasser und Nahrungsmittel.
Daher sollten möglichst wenige Imprägniermittel eingesetzt werden. Lieber 2-3x dünn einsprühen, als 1x dick
Nur im Freien anwenden (Aerosole)
Nur anwenden, wenn wirklich notwendig
Möglichst PFC- und PFAS-freie Imprägniermittel benutzen
Quellen: Verbraucherservice Bayern, Umweltbundesamt, Stiftung Warentest, Öko-Test


