Welttag der Seelischen Gesundheit – Filmabend und Austausch in Albstadt
Anlässlich der Woche der Seelischen Gesundheit lädt der Gemeindepsychiatrische Verbund im Zollernalbkreis dazu ein, ins Gespräch zu kommen, Berührungsängste abzubauen und den Blick für die Bedeutung psychischer Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. Gelegenheit dazu gibt es bei einem Kinoabend am Mittwoch, 14. Oktober 2026, im Capitol Filmpalast Albstadt.
Den Text in Leichter Sprache finden Sie hier (PDF) (99,1 KiB).„Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“: Unter diesem Leitgedanken steht die Veranstaltung. Ziel ist es, das Vertrauen in Hilfsangebote zu stärken, Hemmschwellen abzubauen und Raum für Begegnung und Austausch zu schaffen. Nach der Begrüßung durch den Sozial- und Rechtsdezernenten Georg Link um 17.45 Uhr folgt um 18 Uhr die Vorführung von „Der Junge muss an die frische Luft“. Der Film erzählt die Kindheit des späteren Entertainers Hape Kerkeling, der im Ruhrgebiet der 1970er-Jahre aufwächst und sein außergewöhnliches Talent entdeckt, Menschen zum Lachen zu bringen. Als seine Mutter schwer depressiv wird und schließlich stirbt, setzt der junge Hans-Peter Humor ein, um seinen Schmerz zu verarbeiten. Halt und Unterstützung findet er insbesondere bei seinen fürsorglichen Großeltern, die ihn auf seinem Weg begleiten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch. Im Eintrittspreis enthalten sind – ermöglicht durch den Gemeindepsychiatrischen Verbund – eine Tüte Popcorn und ein Getränk. „Psychische Gesundheit ist keine reine Privatsache und auch keine Frage individueller Verhaltensprävention. Sie zu fördern und zu erhalten sind zentrale gesellschaftliche Aufgaben. Wie wir miteinander umgehen, ob wir einander zuhören und Halt geben, ist dabei entscheidend“, so Georg Link, Sozial- und Rechtsdezernent beim Landratsamt Zollernalbkreis. Gleichzeitig spielen die Lebensbedingungen eine wesentliche Rolle. Prekäre Arbeitsverhältnisse, Armut oder beengter Wohnraum können das Risiko für psychische Erkrankungen erheblich erhöhen. Prävention darf sich daher nicht auf Appelle an den Einzelnen beschränken. Sie erfordert eine Politik und Rahmenbedingungen, die ein gesundes Leben unterstützen – von bezahlbarem Wohnraum und guten Arbeitsbedingungen bis hin zu Schulen, die Kinder und Jugendliche stärken. Dass heute offener über psychische Erkrankungen gesprochen wird, ist zugleich ein Erfolg jahrelanger Antistigma-Arbeit. „Betroffene trauen sich eher, über ihre Erfahrungen zu sprechen und Hilfe zu suchen. Dies ist Auftrag und Ansporn zugleich, darin nicht nachzulassen und Begegnungen auf Augenhöhe in allen Lebenslagen zu fördern“, so Georg Link.


